Kulturpolitik - Almuth von Below-Neufeldt: Enttäuschung für Künstler: Künstlernachlässe sichern – lange Bank und Sprachlosigkeit statt Lösung

Veröffentlicht am 06.02.2017 um 17:52 Uhr

Hannover. Die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Almuth von Below-Neufeldt, zeigt sich enttäuscht über die heutige Ablehnung des Antrags der Freien Demokraten zur Bewahrung der Nachlässe von Künstlern durch die Fraktionen von SPD und Grünen. „Wir haben im September 2015 einen Lösungsansatz für die Bewahrung der Nachlässe von Künstlern formuliert und eingebracht. Kunst ist wichtig für die Gesellschaft, für Diskussionen, für den gesellschaftlichen Diskurs, für die Themenbearbeitung und das Themenverständnis, für die Interpretation und Auseinandersetzung mit Ereignissen und Geschichte, mit Erlebtem und Erdachtem. Künstler zeigen ihr Werk in Ausstellungen, haben ihre Galeristen für die Vermarktung, verkaufen ihre Werke an Museen oder Sammler, aber Kunst ist auch hochemotional und so werden Lieblingsstücke nicht verkauft. Erben stehen dann vor der Frage, wie das Erbe verwaltet oder verwertet werden kann“, so von Below-Neufeldt.

Den Künstlern selbst sei meistens daran gelegen, das eigene Werk zu erhalten – es gebe nur leider keine Einrichtung, der es zugeführt werden könne. „Eine Stiftung ins Leben zu rufen wäre ein Ansatz, das Werk von Künstlern zu bewahren. Es muss nicht die einzige Möglichkeit sein, Ideen und Initiativen sind willkommen! Die einzige Initiative jedoch, die von uns Freien Demokraten ausgeht und ein Ventil für betroffene Familien schaffen könnte, wird abgelehnt. Dabei ist ein Antrag auch Anstoß für andere Ideen oder gar Geschäftsmodelle. Nach fast eineinhalb Jahren Diskussion und runder Tische gab es aber weder einen Änderungsantrag noch eine Entscheidung. Das ist doch eine Bankrotterklärung und Ohrfeige, eine bittere dazu. Ist das nicht können oder nicht wollen?“, fragt die Kulturpolitikerin. In einer Zeit der sprudelnden Steuerquellen an so einer wichtigen Stelle kein Ventil bieten zu wollen sei eine Schwäche der Landesregierung. Sie verkenne, dass heutige Kunst für die künftige Entwicklung von Kunstrichtungen und Neuem ganz allgemein Fundament und Basis böte und später zum kunstgeschichtlichen Schatz werden könne. „Die Landesregierung lebt im Jetzt und Heute. Gesellschaftlich wichtiges Geschehen wie Kunst scheint für sie Luxus für wenige zu sein. Die Kreativen verliert sie vollkommen aus dem Blick, dabei begleiten sie gesamtgesellschaftliche Veränderungsprozesse so sehr, mit Kunst, mit Symbolen, mit Darstellungen – und Kunst ist Teil niedersächsischer Lebenskultur und Werte, auf die man stolz sein darf. Es braucht offenbar eine Initiative, Kunst mehr wertzuschätzen. Die Bitte der Künstler zur Sicherung ihrer Nachlässe verklingt leider unbeachtet“, bemängelt von Below-Neufeldt.

Hintergrund: Mit den Stimmen der rot-grünen Regierungsfraktionen wurde heute der Antrag der FDP-Fraktion „Einrichtung eines Niedersächsischen Archivs für Künstlernachlässe“ abgelehnt.

Presseinformation
Nr. 040/2017  -  Hannover, den 06.02.2017


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040_AvBN_Ku__nstlernachla__sse_01.pdf353 K
Drs._17-4182_Vorlage_2_01.pdf93 K

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